Heft 2009/02

Geschätzte Leserinnen und Leser,

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Ausgabe 2/2010:

Editorial:

Bewegte Zeiten in der internationalen Waldwirtschaft

Liebe Leser,

unser Wald, wie auch unsere Waldbewirtschafter, haben viele Aufgaben. Zahlreiche davon unterliegen in jüngster Zeit einem Wandel, wie auf der diesjährigen Wintertagung angesprochen wurde. Viele davon sind notwendig für Natur, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Wälder schaffen Arbeitsplätze, liefern Rohstoffe und erneuerbare Energie, geben Sauerstoff ab, dienen als CO²- und Schadstoffspeicher etc.  (weiteres dazu auf Seite 6 und 7) Zudem erfüllt ein gesunder Wald enorme Leistungen im Bodenschutz.

Vor wenigen Wochen saßen zu diesem Thema die Umweltminister aller EU-Staaten zusammen und konnten sich – wie schon einige Jährchen zuvor – wieder nicht auf eine gemeinsame Bodenrahmenrichtlinie einigen. Obwohl sie vor allem für die südlichen und östlichen Staaten Europas von enormem Vorteil wäre, um überhaupt in der nationalen Gesetzgebung mit diesem Thema beginnen zu können. Doch Bodenschutz bzw. die Bodengefährdungen sind immer noch nicht auf den wichtigsten Agenden der entscheidenden politischen Organe angekommen. (lesen Sie auf Seite 5)

Der Druck auf die Böden wird aber weiter wachsen. Mehr Menschen, mehr Fleischkonsum ... und das bedeutet auch wieder weniger Platz für Wälder oder Regenwälder. Die neueste Ausprägung kapitalistischen oder neo-kolonialistischen Wirkens des Menschen zeigt, wo die globale Landwirtschaft hinsteuert: Land Grabbing – Regierungen oder Privatinvestoren eignen sich dabei Böden zur Nahrungsmittel- oder Biotreibstoffproduktion an. Das International Food Policy Research Institute schätzt, dass sich südostasiatische Länder etwa 20 Mio. ha seit 2006 in Afrika und Südamerika zusammengekauft haben.

Neben diesen globalen landwirtschaftlichen Umwälzungen dreht sich auch in forstwirtschaftlicher Hinsicht die Erde immer schneller. Globale Aufforstungsmaßnahmen zur CO²-Reduktion werden von vielen Seiten gefordert und beschlossen, wie etwa in der Türkei oder sogar in der Wüste Kaliforniens. Eine Revolution ermöglicht diese außergewöhnliche forstwirtschaftliche Aktion: die Waterboxx, mit der ohne Bewässerung ganze Wälder auf erodierten Flächen wachsen sollen (lesen Sie auf Seite 10).

Man bemerkt: einiges bewegt sich in der sonst so ruhigen, langsam und gemächlich funktionierenden Waldwirtschaft. Eine spannende Zeit für den Wald – nicht nur durch den Frühlingsbeginn. (ak)

Aktuelles:

Sägeindustrie sieht Holzversorgung gefährdet

Der österreichische Holzvorrat liegt derzeit auf einem historischen Tiefststand. Die Holzimporte sind dadurch in den letzten Monaten stark gestiegen.

„Die Holzversorgung der österreichischen Sägeindustrie ist gefährdet“, betonte der Vorsitzende der Österreichischen Sägeindustrie, Hans Michael Offner. Der Rundholzvorrat der Sägeindustrie betrage nur noch 1,9 Monate. „Das ist der historische Tiefststand“, warnte Offner.

Normalerweise hat die österreichische Sägeindustrie zu dieser Jahreszeit einen durchschnittlichen Vorrat von 3,3 Monaten. Dies ist auch der Durchschnittswert der letzten 10 Jahre für diese Jahreszeit. Es ist schließlich üblich und notwendig, dass im Winter das meiste Holz im Wald geschlagen wird und Vorräte aufgebaut werden. Dabei liegt der aktuelle durchschnittliche Rundholzpreis mehr als 5 Euro über dem Durchschnittspreis der letzten 10 Jahre. (…)

Thema1: Forstwirtschaft

Erfindung macht Bepflanzungen ohne Bewässerung möglich

Pieter Hoffs Waterboxx könnte die weltweite Aufforstung revolutionieren.

Der niederländische Pieter Hoff, ein mit einem Wissenschaftspreis ausgezeichneter Wegbereiter, hat die Groasis-waterboxx erfunden, die den Verlauf der Geschichte der globalen Forstwirtschaft verändern könnte. Am 16. März wurde Hoff auf dem Green California Summit in Sacramento globale Anpflanzungsexperimente, die ohne Bewässerung durchgeführt werden sollen, vorgestellt.

Vier Projekte werden in Kaliforniens Mojave- und Sonora-Wüste von Palm Springs, im Napa Valley mit dem Robert Mondavi Weingut und Sonoma - Amerikas erster nachhaltiger Stadt - durchgeführt werden und sich an zwanzig weitere globale Experimente angliedern, die in sieben Ländern und auf vier Kontinenten durchgeführt werden. (…)

Thema2: Holzbe- und –verarbeitung

„AhjO“ – eine überraschende Erkenntnis

AhjO, das „Haus im Holz“ ist nicht etwa ein Häuschen mitten im Wald, es ist eine neue Art zu wohnen. Ein Haus im Haus, ein Haus im Holz oder doch Holz im Haus? Sicher ist, alles ist aus Holz. Ein neuer architektonischer Ansatz für ein offenes Wohngefühl.

Bei Gründung vor zwölf Jahren hat sich Holzbau Salzburg zum Ziel gesetzt, Holz als Baustoff vermehrt ins Baugeschehen zu integrieren. Durch Verwendung heimischer Rohstoffe soll Wertschöpfung im eigenen Land gefördert und Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Mit dem neuen Projekt der neun Holzbaumeister-Betriebe in Zusammenarbeit mit LP architektur kommt die Unternehmenskooperation dem Ziel nun näher. (…)

Thema3: Holzbehandlung

Sieht aus wie Teak – ist heimische Esche

Mit der richtigen Behandlung können langlebige Terrassendielen auch aus heimischen, nachwachsenden Hölzern angefertigt werden.

Holz ist ein wunderbarer Werkstoff. Klar möchte man auf ihn auch im Freien nicht verzichten. Hier muss er Wind und Wetter trotzen, er darf nicht schiefern, Wasser darf nicht stehen bleiben usw. So hat vielleicht alles begonnen und man hat auf heimischen Terrassen mit Tropenhölzern Wohngefühl gezaubert. 80 Prozent der Terrassen lassen den Regenwald bluten.

Das ist ein Umstand, der den Naturliebhaber Hubert Mitteramskogler vor 10 Jahren zum Nachdenken gebracht hat. „Ich wollte eine vernünftige Alternative zu Teak und Co schaffen. Sie sollte alle Anforderungen an modernes Wohnen erfüllen und gleichzeitig auch die Umwelt schonen. Mit Mirako Outdoor ist mir dies gelungen und man kann mit einem reinen Umweltgewissen in die Zukunft blicken, dies ist mir persönlich sehr wichtig“, erklärt Hubert Mitteramskogler von Mirako sein Engagement. (…)